Unsichtbar vernetzt – wenn Gebäude miteinander kommunizieren

Wenn die SBB an der Europaallee beim Hauptbahnhof Zürich eines der grössten Immobilienprojekte der Schweiz realisiert, dann wird schnell klar, dass auch die Gebäudetechnik besondere Anforderungen erfüllen muss. Die Sigren Engineering AG aus dem Netzwerk der BKW Building Solutions hat eigens dafür ein wegweisendes Gebäudeleitsystem entwickelt, mit dessen Hilfe sich zukünftig über 4'000 Liegenschaften schweizweit und in Echtzeit austauschen.

Schon bevor die Bagger in der heutigen Europaallee in Zürich aufgefahren sind, mussten sich die Verantwortlichen Gedanken über den zukünftigen Betrieb machen. Dabei standen zu Beginn nicht nur die technischen Anforderungen im Mittelpunkt, sondern es sollte eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren und Stakeholder bei der Planung berücksichtigt werden. So galt es gleichermassen Eigentümer, Nutzer und externe Dienstleister einzubinden, aber gleichzeitig Wirtschaftlichkeit und ökologische Aspekte beim Gebäudemanagement zu optimieren.

Bei dieser hohen Komplexität wurde rasch offensichtlich, dass die gewünschten Zielvorgaben bezüglich Steuerung und Überwachung der Gebäudeinfrastruktur mit der bis dahin etablierten Herangehensweise nicht erreicht werden können. Ein vollständig integriertes Gebäudeleitsystem mit zentraler Steuerung und ein spezialisierter Partner, der diese Lösungen aus einer Hand anbieten kann, waren dringend gefragt. 

Innovative Lösungen für ein integriertes Gebäudeleitsystem

Die Vernetzung und Automatisierung der Gebäudesteuerung sind für die SBB als eine der grösste Immobilienanbieterin der Schweiz in ihren etwa 3'500 Wohn- und Geschäftsimmobilien und 800 Bahnhöfen ein wichtiges Thema. Im Pionierprojekt Europaallee wurde dafür ein komplett neues und offenes System zur Gebäudesteuerung geschaffen. Es umfasst neben modernen Automationslösungen für Alarmierung und Beschattung auch ein innovatives Leitsystem. Dieses bindet alle Nutzer mit ein und ermöglicht eine ortsunabhängige Überwachung und den Fernzugriff auf alle technischen Anlagen. Noch besser: Durch die Lösung sind alle neuen technischen Anlagen der SBB-Immobilien künftig miteinander vernetzt. Dies bietet enorme Vorteile für eine optimierte Energienutzung, denn die Anlagen respektive ganze Gebäude werden dadurch miteinander vergleichbar. Geplant und implementiert wurde dieses neue Leitsystem von den Spezialisten der Sigren Engineering AG aus dem Netzwerk der BKW Building Solutions. 

Neue vollautomatische Beschattung

Auch im Bereich der Automationslösungen trumpft die Europaallee mit einer besonderen Neuheit auf: das Beschattungssystem «SIBESCHA». Im Gegensatz zu herkömmlichen sensorgesteuerten Beschattungslösungen wird über ein 3D-Gebäudemodell des Areals und den berechneten Sonnenstand der aktuelle Sonneneinfall je Fenster simuliert. So können einzelne Storen gezielt angesteuert werden, ohne dass sich automatisch alle anderen Storen der Fassade mitbewegen. Das Resultat ist eine exakte Beschattung mit weniger Störungen und unnötigen Schliessvorgängen. Das steigert den Komfort für die Nutzer und ermöglicht Kostenersparnisse, da in den Sommermonaten weniger gekühlt werden muss. Diese Investition lohnt sich dank deutlich tieferen Betriebskosten. Bernhard Koch, Standortleiter Technisches Facility Management Region Ost, bringt es auf den Punkt: «Man darf nicht nur die anfänglichen Investitionskosten betrachten, sondern muss den gesamten Life Cycle einer Immobilie anschauen. Langfristig rechnen sich die höheren Anschaffungskosten durch geringere Kosten im Betrieb.» 

Langjährige Partnerschaft zwischen SBB und Sigren Engineering

Die Sigren Engineering AG erhielt den Zuschlag für die Umsetzung dieses anspruchsvollen Systems in der Europaallee in Zürich dank ihrer hohen Expertise und ihrem innovativen Lösungsansatz. Bernhard Koch war von Anfang an mit dabei. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die gute Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen der Sigren Engineering AG. Während mehr als sieben Jahren wurden gemeinsam Ideen skizziert, Pläne entwickelt, getestet und verbessert. So erfolgreich, dass das neue Leitsystem der Europaallee mittlerweile in zahlreichen weiteren Liegenschaften der SBB zum Einsatz kommt. So verbessert es nicht nur den Komfort und die Ökologie einzelner Gebäude, sondern sorgt auch für einen unsichtbaren Datenaustausch mit dem Ziel, den Energieverbrauch von Gebäuden schweizweit zu optimieren.